Inception
29. Juli 2010 · 3 Kommentare
Falls es euch noch nicht aufgefallen ist: Träume halten sich nicht an Gesetze. In einer Stunde kann man eine gesamte Welt erbauen, das Fliegen lernen und vor einem verrückten Axtmörder fliehen ohne in der Realität auch nur einen Finger zu rühren. Klingt gut? Nun, da gibt es nur einen Nachteil: Das alles geschieht im Unterbewusstsein, man kann sich also nicht so einfach aussuchen, ob man des Nächtens Besuch vom Fluglehrer oder doch vom Axtmörder bekommt…
Der Film
In Inception ist zumindest letzteres etwas anders: Dort gibt es Menschen, deren Beruf es ist, in den Träumen Dritter nach Geheimnissen zu suchen oder Ideen zu pflanzen – und auf den ersten Blick scheinen diese Aufträge auch garnicht allzu gefährlich. Wenn man stirbt, wacht man auf. Einfache Regel.
Doch was geschieht, wenn man sich in der Traumwelt verliert? Wenn einem die gottgleiche Macht, alles nach den eigenen Wünschen anzupassen, zu Kopf steigt und sich die vermeintliche Utopie als Dystopie herausstellt? Dieser Frage geht der Film, unterstützt von einer Menge Action und einer für Hollywoodverhältnisse erstaunlich komplexen Geschichte (einen Traum im Traum im Traum im Traum gefällig?) nach und stellt so auch den Kinobesucher vor die Entscheidung: “Wenn du deine eigene Traumwelt bauen könntest und genau wüsstest, dass sie nicht real ist, würdest du sie der Realität trotzdem bevorzugen?”
Meine Meinung
Wie man meinem etwas verzweigten Beschreibungsversuch vielleicht entnehmen kann, war ich höchstbegeistert von Inception und empfehle daher jedem, ihn früher oder später selbst anzusehen. [spoiler] Vor allem das Ende fand ich einfach nur grandios: Wenn ein Traum nach dem anderen zusammenbricht und ich mir jedes mal denke: “Ach genau, das war ja nur ein Traum” und dann zu allem Überfluss noch der Abspann beginnt und das einzige, das mir dazu einfällt, “Ach genau, das war ja nur ein Film”, ist, dann ist eine Aufnahme in meine “Hall of Fame” so gut wie sicher. [/spoiler]
Zwischen dem Moment, in dem ich zum ersten Mal von “Inception” hörte und dem Moment, in dem ich etwas verwirrt und dennoch schwerst begeistert das Kino verlies und mich durch die Menschenmengen, die auf die nächste Vorstellung zu warten schienen kämpfte, vergingen in etwa 3 Stunden. Die Zeit zwischen dem Verlassen des Kinos und dem Moment, an dem mich die Idee hinter Inception nicht mehr unterbewusst verfolgt, wird wohl etwas länger sein.